Neue Show 1998 - 2002

Für Hans Liberg ist ‚Neue Show' auch wirklich ein neuer Weg in seiner Entwicklung. Hatte er in seiner vorigen Show zum ersten Mal einen Gast und machte er auch ein Tänzchen , diesmal ist Liberg an die Grenze seiner Unterhaltungskunst vorgedrungen. Er bezieht die Aktualität mit ein, improvisiert sehr viel und auch der Ablauf seiner Show liegt nicht fest. An jedem Abend ein anderes Kostüm, stets eine andere Stadt, ein anderes Publikum, und selbst seine Stimmung wechselt immer wieder.

Der Abend ist ein Impromptu, buchstäblich ‚unvorbereitet', wie auch Schubert und Chopin Impromptus geschrieben haben: es geschieht Unerwartetes und daraus entspinnt sich eine echte Wechselwirkung mit dem Publikum. Dies heißt aber nicht dass es keine Linie gibt: die Entstehung der Weltmusik, die Viagra-Zeiten von Vivaldi, die Victor Boogie Woogie – die Holländer ein Volk der Musen? – die Superstring-Theorie, aber alles als Impromptu.

Dieses große Verlangen nach Improvisation hat angefangen als auftrat in den Nachtclubs von Edinburgh. Das Publikum übertönte ihn. Zurückstecken und es völlig mit einzubeziehen war die einzige Art und Weise dort zu überleben. Deshalb ist die Show jetzt offener und freier, vielleicht aber auch weniger stilvoll.

Hans Liberg kommt mit weniger Material auf das Podium und durch Zeiteinteilung und Ruhe traut er sich das Gespräch mit dem Publikum zu, sodaß die Zuschauer schon innerhalb von fünf Minuten freier, offener, selbst frecher werden. Weil Liberg während der Improvisation wirklich nicht weiß wo er ist, hat das Programm keine Pause. Die Grundlage dieser neuen Entwicklung ist, dass Liberg sein ganzes Oeuvre international benutzen will. Er kann bestehendes Material spontan aufrufen, mischen und erneuern. Dies auch dank seines Tontechnikers Herman Schilder, mit wem er schon zehn Jahre zusammenarbeitet.

In ‚Neue Show' ist der ‚Entertainer pur sang' zurück zum Billart. Die Abwechslung von elitair und äußerst banal bleibt, wie auch Musik und Musikwitze noch immer seine Grundlagen formen. Es gibt auch einen Gast, die Cellistin Judith Sijp.